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FAZ-Anzeige vom 27.6.2015

Arbeitsbündnis „Kein assistierter Suizid in Deutschland!“

Einige Parlamentariergruppen im Deutschen Bundestag fordern, die Beihilfe zum Suizid straffrei zu ermöglichen. Die erste Lesung der Gesetzentwürfe findet im Bundestag am 2./3.7.2015 statt, die Abstimmung hierüber ist für den 6.11.2015 vorgesehen. Eine Zustimmung des Bundestages wäre ein beispielloser Wertebruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte!

Jeder kranke, gebrechliche oder alte Mensch braucht Hilfe und Zuwendung! Kein Gift! Niemand hat das Recht, den Lebensschutz abzuschaffen! Der moralische Stand einer zivilisierten Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Der Lebensschutz ist in unserem Grundgesetz verankert sowie in der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948. Unser Staat hat die uneingeschränkte Pflicht, das Leben seiner Bürger zu schützen!
Unsere Gesellschaft ist zu ganz anderem in der Lage, als alten und kranken Menschen Gift bereitzustellen. Aufgrund der sozialen Verbundenheit und des medizinischen Fortschrittes sind wir heute in der Lage, schwer kranke und sterbende Menschen so zu versorgen, dass sie nicht unerträglich leiden müssen und sich aufgehoben fühlen. Es widerspricht zutiefst dem ärztlichen Ethos und der Menschlichkeit eines jeden, leidenden Menschen Beihilfe zum Suizid zu leisten. Die Aufgabe des Arztes ist es zu helfen, nicht zu töten oder Gift bereit zu stellen.
Der Wunsch nach Beihilfe zum Suizid entsteht nicht in erster Linie aus der Angst vor unstillbaren Schmerzen, sondern aus der Sorge, anderen zur Last zu fallen, ausgeliefert zu sein, die Kontrolle zu verlieren oder alleine zu sein. Menschen, die einen Wunsch nach assistiertem Suizid äußern, wollen menschlich entgegengenommen werden und menschliche Zuwendung erfahren. Sie erwarten in aller Regel nicht, dass ihr Tod herbeigeführt wird.
Unser Nachbarland Niederlande verzeichnet seit Jahren steigende Zahlen bei der „Hilfe zur Selbsttötung“ und der „Tötung auf Verlangen.“ Gleichzeitig gibt es Berichte über eine Vielzahl von Fällen, wo Menschen sogar ohne ihren ausdrücklichen Willen umgebracht wurden, und inzwischen werden auch demenzkranke und psychisch kranke Menschen getötet. Ähnlich ist es in Belgien: Neben steigenden Fallzahlen ist hier eine Ausweitung der Indikationen zu konstatieren. Man schreckt mittlerweile nicht davor zurück, Kinder zu töten!
Wir dürfen nicht zulassen, dass der Lebensschutz aufgehoben wird!

Aufgrund unserer Geschichte gibt es in Deutschland eine starke Opposition gegen Euthanasie. Es ist absurd den Deutschen zu unterstellen, sie seien in dieser Frage blockiert; genau das Gegenteil ist der Fall! Dr. Leo Alexander schrieb 1949 im Gefolge der Nürnberger Ärzteprozesse, „dass allen, die mit der Frage nach dem Ursprung dieser Verbrechen zu tun hatten, klar wurde, dass diese Verbrechen aus kleinen Anfängen wuchsen. Am Anfang standen zunächst feine Akzentverschiebungen in der Grundhaltung. Es begann mit der Auffassung, die in der Euthanasiebewegung grundlegend ist, dass es Zustände gibt, die als nicht mehr lebenswert zu betrachten sind. In ihrem Frühstadium betraf diese Haltung nur die schwer und chronisch Kranken. Nach und nach wurde der Bereich jener, die unter diese Kategorie fallen, erweitert und auch die sozial Unproduktiven, die ideologisch Unerwünschten, die rassisch Unerwünschten dazugerechnet. Entscheidend ist jedoch zu erkennen, dass die Haltung gegenüber unheilbar Kranken der winzige Auslöser war, der diesen totalen Gesinnungswandel zur Folge hatte.“ (aus: Töten oder sterben lassen, R. Spaemann/ Th. Fuchs, Herder 1997)

Auf den Mitmenschen auch am Lebensende angewiesen zu sein, ist natürlich und stellt keine Einschränkung der Autonomie oder Selbstbestimmung dar. Der Mensch ist auch in seiner letzten Lebensphase eine Bereicherung für seine Mitmenschen. Es gibt keine Notsituation, die den assistierten Suizid erforderlich macht. Mit Hilfe der Palliativmedizin ist eine gute Symptomkontrolle möglich. Neben dem Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizarbeit könnte das Netz zur Versorgung alter, schwer kranker und sterbender Menschen gestärkt werden, indem die Gesellschaft die soziale Hilfsbereitschaft der Jugend und der gesamten Bevölkerung noch stärker fördert.

Daher fordern wir: „Kein assistierter Suizid in Deutschland!“

Erstunterzeichner des Aufrufs „Kein assistierter Suizid in Deutschland!“ sind:
Wilhelm Barth, Dipl.-Sozialwissenschaftler, Düsseldorf; Prof. Dr. Axel W. Bauer, Universitätsmedizin Mannheim; Dr. med. Otto Bertermann, Facharzt f. Allgemeinmedizin, München; Dr. Gerd Biedermann, Hausärztlicher Internist, Fürth; Walter Kardinal Brandmüller, Citta del Vaticano; Dr. med. Andrea Breiding, Kinder- u. Jugendärztin, Graben-Neudorf; Dr. Matthias Burchardt, Akad. Rat, Institut f. Bildungsphilosophie, Universität Köln, stellvertr. Geschäftsführer d. Gesellschaft f. Bildung u. Wissen; Ingo v. Conta; Prof. Dr. Sabine M. Dörpinghaus, Hebammenkunde, Kath. Hochschule Köln; Helga Ebel, Krebsberatungsstelle u. Kontaktstelle f. Selbsthilfegruppen i. Gesundheitswesen Aachen e.V.; Dr. Ing. Christian Fischer, Prokurist, Köln; Dr. med. Evelin Fuhr, Köln; Georg Gallus, Parlament. Staatssekretär a.D., Hattenhofen; Dr. med. Michael Hammes, Facharzt f. Allgemeinmedizin/Psychotherapeut, Bühlertal; Dr. med. Marianne Herzog, Gummersbach; Tobias Hösch, Landwirt, Schlat; Prof. Dr. rer. nat. Gudrun Kammasch, Berlin; Prof. Dr. Jochen Krautz, Bergische Universität Wuppertal; Prof. Dr. Gerd-Jan Krol, Münster; Dr. med. Ute Lewitzka, Dresden; ; Dr. med. Susanne Ley, Internistin/Rheumatologin, Köln; Prof. Dr. Jürgen Maiß, Internist, Forchheim; Karin Meincke, Vorsitzende der Hospiz Stiftung Krefeld; Dr. Rudolf Mikus, Lingenfeld; Prof. Dr. Christian Müller, Senden; Dr. med. Hildegard Müller-Erhard, Internistische Hausärztin, Hausen; Rita Müller-Hill, Köln; Prof. em. Dr. med. Bruno Müller-Oerlinghausen, Berlin/Kressbronn; Dr. Gerhard Nagel, Kinder- u. Jugendarzt, Vorstand „Hippokratische Gesellschaft Deutschland e.V.“, Forchheim; Prof. Dr. Dr. Elmar Nass, Fürth; Prof. Dr. med. Kurt Oette, em. Universitätsprofessor in Köln; Dr. med. Sabine Pilatz, Gießen; Karl Prömpeler-Kuhn, Kinder- u. Jugendarzt, Karlsruhe; Günther Reinhard, Arzt, Köln; Dr. med. Marianne Schammert, Kinder- u. Jugendärztin, Weingarten; Dr. Helmut Schneider, Zahnarzt, Spardorf; Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Freiburg; Prof. Dr. Alfred u. Christa Schüller, Marburg; Prof. Dr. Harald Schwaetzer, Institut f. Philosophie, Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues; Doris Schwaetzer-Stüssi, Schneverdingen; Prof. Dr. Robert Spaemann, Stuttgart; Dr. med. Angela Spelsberg, Ärztl. Leiterin Tumorzentrum Aachen e.V., Mitglied der Arbeitsgruppe Gesundheitswesen von Transparency International Deutschland e.V., Mitglied der Ärzteorganisation MEZIS („Mein Essen zahl´ ich selbst“); Claudia u. Gerhard von Velsen, Köln; Prof. (i.R.) Dr. med. Helga Wiersbitzky, Greifswald; Prof. (i. R.) Dr. med. Siegfried K. W. Wiersbitzky, Greifswald; Willy Wimmer, Staatssekretär a.D., Jüchen; Marion Zaglmaier, Lehrerin f. Pflegeberufe, Nürnberg;
(Als Anzeige erschienen in der FAZ vom 27.6.2015, S. 26)

Weitere Unterzeichner sind: Heidrun Baisch, Erzieherin, Fellbach; Christine Becher-Kuphal, Ärztin, Neunkirchen a. Brand; Prof. J. Hans Benirschke, M.S., Ellwangen; Dr. Corinna Bergmann, Phoniatrie u. Pädaudiologie, Hannover; Helga Boch, Christl. Politikerin, Friedrichshafen; Prof. Dr. med. Paul Cullen, Niedergelassener Laborarzt, Münster; Antonia Egger, Rollstuhlfahrerin aus München, Vorsitzende d. Regionalverbandes München der Alfa e.V.; Carola Dachs, Krankenpflegerin, Krumbach; Marianne Demel, Altenpflegerin, Kettershausen; Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Psychiater u. Historiker, Hamburg; Irmgard Frein-Oyen, Landschaftsarchitektin, Neubrandenburg; Irmgard Gallus, Soz.-Pädagogin, Fellbach; Felix Gebler, Pforzen; Annegret Gielow, Ottobrunn; Dr. med. Lothar Gielow, Internist-Nephrologe i. R., Ottobrunn; Schwester Veronika Graßmann, Heilerziehungspflegerin, Ursberg; Christine Green-Ottens, Dipl.-Sozialpädagogin, Alfter; Dr. Karen Härtel, Med. Dir. i. R., Bad Rothenfelde; Burkhard u. Marianne Hauck, ehem. Lehrer an einer Fachschule f. Soz.-Päd., Neckargemünd; Anke Heinrich, Dipl. Pflegewirtin (FH), Gelsenkirchen; Dr. med. Ingo A. Heiskel, Facharzt f. Allgemeinmedizin/ Sportmedizin, Karben; Josef. A. Horstmann, SU-Bezirksvorsitzender/ Seniorenvertreter, Rommerskirchen; Brigitte Huber, Mag. theol., Seelsorgerin, München; Dr. med. Ingeborg Jonen-Thielemann, Mitbegründerin der ersten Palliativstation Deutschlands, Köln; Dr. med. Friederike Kramer, Hilzingen; Dipl. Ing. Ulrich Kramer, Hilzingen; Angela Kroll, Lehrerin, Traunstein; Hans Kroll, Orthopädiemechanikermeister, Traunstein; Maria Lang, Merzig; Dr. Norbert Langenfeld, Chemiker, Köln; Hilde Lubs, Merzig; Claretta Meier, Renterin, Ursberg; Dr. Michael Michler, Facharzt f. Neurologie u. Psychiatrie, Buchholz i.d.N.; Dr. med. Mechthild Münch, Ärztin f. Anästhesiologie, Freiburg; Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a.D., Freiburg; Dipl.-Med. Ruth Nischik, Leitende Prüfärztin, Leipzig; Christian Ottens, Dipl.-Kaufmann, Alfter; Benedikt Oyen, Student, Neubrandenburg; Thomas Oyen, Landschaftsarchitekt/ Hochschullehrer, Neubrandenburg; Prof. Dr. Dr. Uwe Henrik Peters, Klinik f. Psychiatrie u. Psychotherapie der Universität zu Köln; Andreas Politschek, Student, Dettingen; Willi Potthoff, Dipl.-Handelslehrer, Köln; Matthias Rapsch, Deutsche Zeltmission, Siegen; Dr. phil.nat. Andreas L.G. Reimann, MBA, Köln; Barbara Römer, Physiotherapeutin, Traunstein; Dr. Ulrich Römer, Arzt f. Kinder- u. Jugendmedizin, Traunstein; Edith Sibille, Merzig; Johann Adam Stupp, Publizist, Möhrendorf; Karin Swagers-Breuer, Köln; F. Swagers, Ing., Pensionär, Köln; Marion Trommenschläger, Diplom-Pädagogin, Köln; Heidrun Vogel, Wiehl; Dr. Angelika Weber, Fachärztin f. Allgemeinmedizin, Mechernich; Dr. Thomas Weber, Facharzt f. Allgemeinmedizin, Mechernich; Knut Wiebe, Köln; Rosemarie Wiebe, Köln; Cornelia Zwerger, Ursberg und weitere.

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V.i.S.d.P.: Arbeitsbündnis „Kein assistierter Suizid in Deutschland!“
Dr. med. Susanne Ley, Postfach 68 02 75, 50705 Köln,
E-Mail: arbeitsbuendnis@kein-assistierter-suizid.de